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Wellpappe-Wissen

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Welle
  2. Zweiwellige Wellpappe
  3. Dreiwellige Wellpappe
  4. Herstellung einwelliger Wellpappe
  5. Herstellung zweiwelliger Wellpappe
  6. Qualitätskontrolle

Die Welle

Die Welle entsteht im ersten Arbeitsgang im Wellenaggregat der Wellpappenanlage. Die von der Rolle ablaufende Papierbahn wird befeuchtet, angewärmt und läuft durch geheizte Wellwalzen, auch Riffelwalzen genannt. Wärme, Feuchtigkeit und die ineinander greifenden Riffelwalzen prägen das Papier in die gewünschte Wellenform. Es ist eine Art Ondulierprozess.

Die in Deutschland produzierten Wellenformen sind sinuswellenförmig.

Die Welle kann in verschiedenen Dimensionen gefertigt werden. Um die Wellenart zu bestimmen, müssen Wellenteilung (t) und Wellenhöhe (h) gemessen werden.



Die Wellenteilung (t) ist das Maß zwischen zwei Wellenspitzen, die Wellenhöhe (h) ist das Maß zwischen Wellental und Wellenspitze. Je nach Dimensionen werden folgende Wellenarten unterschieden:

  • A-Welle (Grobwelle, t: 7,9-10,0 mm, h: 4,0-5,0 mm)
  • C-Welle (Mittelwelle, t: 6,5-7,9 mm, h: 3,1-4,0 mm)
  • B-Welle (Feinwelle, t: 4,8-6,5 mm, h: 2,2-3,1 mm)
  • D-Welle (Feinwelle, t: 3,5-4,8 mm, h: 1,9-2,2 mm)
  • E-Welle (Feinst- oder Mikrowelle, t: 2,6-3,5 mm, h: 1,0-1,9 mm)
  • F-Welle (Miniwelle, t: 1,8-2,6 mm, h: 0,6-1,0 mm)
  • G-Welle (Miniwelle, t: ≤ 1,8 mm, h: <0,6 mm)
  • N-Welle (Miniwelle, h = ca. 0,40 mm Dimensionen nicht genormt)
  • K-Welle (t: > 10,0 mm, h: ≥ 5,0 mm)

 

Wellenhöhe und -teilung müssen gleichzeitig erfüllt sein, um eine Einstufung des Wellenprofils vornehmen zu können.

Quelle: https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/wellpappe/bauprinzip/die-welle.html

Zweiwellige Wellpappe

Zwei Wellenbahnen und drei glatte Papierbahnen ergeben die zweiwellige Wellpappe (engl. double wall corrugated board).



Die glatte Mittelbahn wird auch Zwischenbahn genannt. Eine zweiwellige Wellpappe ist praktisch eine einwellige Wellpappe (oben und unten abgedeckt), die mit einseitig beklebter Wellpappe verbunden ist.

Bei der zweiwelligen Wellpappe können verschiedene Wellenarten kombiniert werden. Die beiden Wellenbahnen können in verschiedenen Wellenarten geriffelt werden. Im Allgemeinen wird eine Grob- oder Mittelwelle mit einer Feinwelle kombiniert. Die Grobwelle kommt wegen der besseren Polsterfähigkeit nach innen, die Feinwelle zum Schutz gegen mechanische Beanspruchungen nach außen. Durch die enge Wellenteilung wird auch die Bedruckbarkeit verbessert.

Quelle: https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/wellpappe/bauprinzip/zweiwellige-wellpappe.html

Dreiwellige Wellpappe

Die zweiwellige Wellpappe kann mit einseitig beklebter Wellpappe verklebt werden, um dreiwellige Wellpappe (engl. triple wall corrugated board) herzustellen.


1 = sehr große Welle; 2 = große Welle; 3 = kleine Welle


Dreiwellige Wellpappe besteht aus sieben Papierbahnen: Außendecke, Wellenbahn, Zwischenbahn, Wellenbahn, Zwischenbahn, Wellenbahn, Innendecke.

Die Wellenarten können bei der dreiwelligen Wellpappe je nach Maschineneinrichtung kombiniert werden.

Gebräuchliche Kombinationen sind:

E Feinstwelle (Mikrowelle)
B Feinwelle
C Mittelwelle

B Feinwelle
B Feinwelle
C Mittelwelle

Wie bei der zweiwelligen Wellpappe liegt die größere Wellenart wegen der besseren Polsterungseigenschaften innen. Die feinere Welle kommt wegen ihres besseren Schutzes gegen mechanische Beanspruchung nach außen.

Quelle: https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/wellpappe/bauprinzip/dreiwellige-wellpappe.html

Herstellung einwelliger Wellpappe

Durch das Verkleben einseitig beklebter Wellpappe mit einer glatten Papierbahn entsteht einwellige Wellpappe.


Schema der Herstellung von einwelliger Wellpappe

1 = Einseitig beklebte Wellpappe z. B. C-Welle
2 = Vorheizer
3 = Deckenbahn
4 = Einwellige Wellpappe, C-Welle


Quelle: https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/wellpappe/wellpappenanlage/herstellung-einwelliger-wellpappe.html

Herstellung zweiwelliger Wellpappe

Bei der Erzeugung zweiwelliger Wellpappe werden zwei Papierbahnen einseitig beklebter Wellpappe in der Beklebemaschine über eigene Vorheizer durch je ein eigenes Leimauftragswerk geführt.

Gleichzeitig wird wie bei einwelliger Wellpappe eine glatte Bahn zugeführt. Alle drei Bahnen werden dann in der Heiz- und Zugpartie vereinigt.

Die zweiwellige Wellpappe kann aus verschiedenen Papieren und Wellenarten (z. B. eine B- und eine C-Welle) bestehen. Die Vielzahl der Kombinationsmöglichkeiten bietet eine punktgenaue Anpassung der Wellpappenverpackung an die verschiedenen Anforderungen des Füllgutes und des Transportes.


Schema der Herstellung von zweiwelliger Wellpappe

1 = Einseitig beklebte Wellpappe z. B. B-Welle
2 = Einseitig beklebte Wellpappe z. B. C-Welle
3 = Deckenbahn
4 = Zweiwellige Wellpappe BC-Welle


Werden bei der zweiwelligen Wellpappe zwei verschiedene Wellenarten kombiniert, ist die auf der Innenseite der fertigen Wellpappenverpackung liegende Welle im Allgemeinen die höhere, gröbere Welle, die den Inhalt durch ihre höhere Elastizität schützt.

Die feinere Welle liegt auf der Außenseite der fertigen Verpackung, denn die Decke aus einer feinwelligen Wellpappe ist ebenmäßiger als die einer grobwelligen und daher besser zum Bedrucken geeignet. Das gilt besonders für höherwertige Druckqualitäten, für die als Außenbahn Fein-/Mikro- oder Miniwelle eingesetzt wird. Grundsätzlich ist auch die umgekehrte Anordnung der Wellenprofile möglich.


Zweiwellige Wellpappe

1 = große Welle; 2 = kleine Welle


Je höher das Flächengewicht der verwendeten Papiere ist, umso langsamer muss die Wellpappenanlage laufen, damit die benötigte Wärme durch die Papierbahnen an die Klebestelle rechtzeitig durchdringt. Nur so kann der Leim an den Klebelinien auf die Geliertemperatur erwärmt werden. Das gilt besonders für Wellpappensorten mit zwei oder drei Wellen.

Quelle: https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/wellpappe/wellpappenanlage/herstellung-zweiwelliger-wellpappe.html

Qualitätskontrolle

Im Laufe der Jahre wurden für die Papiere der Wellpappe und den daraus gefertigten Verpackungen auf wissenschaftlicher Basis Prüfsysteme entwickelt, wie sie kaum ein anderes Verpackungsmaterial in dieser Vielfalt aufzuweisen hat.

Aus diesen Prüfsystemen bzw. Prüfverfahren wurden und werden Normen erarbeitet. In Deutschland heißen sie DIN-Normen (DIN = Deutsches Institut für Normung), für Europa gelten EN-Normen (EN = European Norm), international sind sie in den ISO-Normen festgelegt (ISO = International Standard Organisation). Normen, die einander angepasst wurden, werden teilweise mit kombinierten Bezeichnungen geführt, z. B. DIN EN ISO 536.

Der Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (www.wellpappen-industrie.de) hat vor Jahren schon einen Standard, eingeteilt in Sorten, entwickelt. Auf diesem Standard aufbauend ist die Norm DIN 55468 erarbeitet worden. Die dort genormten Sorten fordern bestimmte Werte, unabhängig von den eingesetzten Rohstoffen und Flächengewichten.

Wellpappenverpackungen, die diesen Vorschriften entsprechen, können mit dem VDW-Prüf- und -Überwachungszeichen bedruckt werden.



In der nachfolgenden tabellarischen Aufstellung der Anforderungen (Auszug aus der DIN 55468) sind die Sorten in "einwellig" und "mehrwellig" unterteilt. Sie unterscheiden sich in den Gütemerkmalen Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit und Kantenstauchwiderstand. Die einwelligen Sorten 1.01 bis 1.05 und die mehrwelligen Sorten 2.02 bis 2.06 verzichten auf das Gütemerkmal Berstfestigkeit und sind nur durch die Durchstoßarbeit und den Kantenstauch definiert. Schachteln aus solchen Wellpappensorten genügen einem bestimmten Stapelstauchwiderstand. Man spricht von "Lagerbeanspruchung". Hier wird die Schachtel meist für Lagerzwecke genutzt, der Versand geschieht in einer Paletteneinheit oft auf kurzem Weg vom Hersteller einer Ware zum Supermarkt.

Werden die Schachteln zusätzlich hohen Transportbelastungen auf weiten Wegen ausgesetzt, dann sollten die Sorten 1.10 bis 1.50 sowie 2.20 bis 2.70 eingesetzt werden. Diese Sorten weisen als weiteres Gütemerkmal die Berstfestigkeit auf. Man spricht dann von "Transportbeanspruchung".

Bei den Sorten 2.90 bis 2.96 handelt es sich um zwei- oder dreiwellige Schwerwellpappe, die sowohl für Lager- als auch für Transportbeanspruchungen einer Schachtel einsetzbar ist. Das Gütemerkmal Berstfestigkeit entfällt, da diese in den oberen Sorten kaum noch messbar ist.


Anmerkung: Festigkeitswerte gelten nicht für Wellpappen nur aus Wellen D, E, F und G

* Für einwellige Wellpappe in Wellenart B reduzieren sich die angegebenen Werte der Sorten um 10%


Weitere Vorgaben

Darüber hinaus gibt es noch weitere Regelungen, um die Vorschriften für bestimmte Versandarten bzw. Versandgüter zu erfüllen, zum Beispiel das Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (GGBefG). Es enthält die Vorschriften zum Versand von gefährlichen Gütern im nationalen und internationalen Verkehr. Relevant ist besonders Absatz 4G, der die Bedingungen für Wellpappenverpackungen vorgibt.

Die darin enthaltenen Prüfvorschriften sind:

  • Cobb-Wert (Wasseraufnahme der Außendecke)
  • Fallprüfung
  • Flächengewichte
  • Berstfestigkeit
  • Durchstoßarbeit
  • Stapelstauchwiderstand



Das wfp (Institut für Wellpappenforschung und -prüfung GmbH unter www.wfp-institut.de) in Darmstadt und die BFSV e.V.(Institut für Beratung, Forschung, Systemplanung, Verpackungsentwicklung und -prüfung unter www.bfsv.de) in Hamburg erteilen Ratschläge, erlassen aber keine Vorschriften.

Das wfp hält die Verbindung zu nationalen und internationalen Instituten, zum Beispiel:

  • Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin Frauenhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), Freising
  • Papiertechnische Stiftung (PTS) für die Papier erzeugende und Papier verarbeitende Industrie, München Fachbereich Papierfabrikation und mechanische Verfahrenstechnik (PMV), Technische Universität Darmstadt Verein für die Beratung–Forschung–Systemplanung–Verpackung (BFSV) in Hamburg
  • Der VDW koordiniert die gesamte Normungsarbeit der Wellpappenindustrie in Deutschland. Durch die enge Zusammenarbeit des VDW mit der FEFCO (www.fefco.org) ist das wfp auch über die europäischen Angelegenheiten der Wellpappenindustrie orientiert.
  • Der VDW vertritt auch die Interessen der deutschen Wellpappenindustrie in diversen nationalen und internationalen Normungsgremien und deren Ausschüssen. Die europäischen Belange werden durch die FEFCO in Brüssel vertreten, dem europäischen Dachverband der nationalen Wellpappenverbände.

Quelle: https://www.wellpappe-wissen.de/wissen/qualitaetssicherung/gepruefte-qualitaet/qualitaetskontrolle.html

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